
Auf einen Blick
- Gewässer
- Main
- Revier
- Untermain am Rand des Odenwalds
- Anschluss
- Mainabwärts nach Aschaffenburg und zum Rhein, aufwärts nach Würzburg
- Besonderheit
- Geschlossene Fachwerkaltstadt zwischen Fluss und Steilhang
- Beste Zeit
- Mai bis Oktober
Eine Stadt, die nur in eine Richtung wachsen konnte
Miltenberg liegt in einer engen Mainschleife, eingeklemmt zwischen dem Fluss und dem steil ansteigenden Odenwald. Für die Bebauung heißt das: Die Stadt konnte sich nur in die Länge entwickeln, entlang einer einzigen Hauptgasse. Genau das hat ihre Form über Jahrhunderte konserviert und ihr eine der geschlossensten Fachwerkzeilen Süddeutschlands beschert.
Der Marktplatz heißt Schnatterloch und ist eher ein aufgeweiteter Gassenknick als ein Platz: Fachwerkhäuser stehen im Halbrund um einen Brunnen, dahinter führt ein Torbogen den Hang hinauf zur Mildenburg. Die Enge ist hier kein Mangel, sondern das, was den Ort ausmacht.
Der Riese und die Burg
In der Hauptstraße steht das Gasthaus zum Riesen, ein stattlicher Renaissancebau, dessen Vorgänger urkundlich bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht — damit gilt es als eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands. Kaiser, Kurfürsten und im 19. Jahrhundert auch Elisabeth von Österreich sollen hier abgestiegen sein.
Über der Stadt liegt die Mildenburg, eine Anlage aus dem 12. Jahrhundert, die den Mainübergang sicherte. Im Burghof steht der Toutonenstein, ein rätselhafter behauener Monolith, dessen Herkunft bis heute nicht abschließend geklärt ist. Der Aufstieg ist kurz und liefert den Blick über Fluss, Schleife und Dächer.
Der Main durch den Odenwald
Zwischen Aschaffenburg und Wertheim windet sich der Main in großen Schleifen durch das bewaldete Mittelgebirge — landschaftlich der schönste Abschnitt des Untermains. Die Ufer sind über weite Strecken unverbaut, die Orte liegen in kurzen Abständen, und weil der Fluss durchgehend geschleust ist, bleibt die Fahrt planbar.
Für Crews aus dem Rheingebiet ist das oft die erste Etappe abseits der großen Stromstrecken: weniger Verkehr als auf dem Rhein, ruhigeres Wasser, und trotzdem eine ausgebaute Wasserstraße mit Berufsschifffahrt. Miltenberg ist dabei der Ort, an dem die meisten das erste Mal länger bleiben als geplant.
Was man gesehen haben sollte
Marktplatz Schnatterloch
Fachwerkhalbrund mit Brunnen, dahinter der Aufgang zur Burg.
Gasthaus zum Riesen
Eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands, urkundlich seit dem 12. Jahrhundert.
Mildenburg
Burg über der Stadt mit dem rätselhaften Toutonenstein im Hof.
Mainschleifen im Odenwald
Unverbaute Ufer und bewaldete Hänge auf der Strecke nach Wertheim.
Anfahrt über das Wasser
- Mainaufwärts von Aschaffenburg, abwärts von Wertheim und Würzburg erreichbar — die Strecke ist durchgehend geschleust.
- Der Main verläuft hier in engen Schleifen; die Fahrzeit ist deutlich länger, als die Luftlinie vermuten lässt.
- Berufsschifffahrt nutzt dieselbe Fahrrinne, in den Krümmungen mit eingeschränkter Sicht auf den Gegenverkehr.
- Bei Hochwasser wird die Schifffahrt auf dem Main eingestellt.
Gut zu wissen
- Schleusenbetriebszeiten wechseln saisonal und werden amtlich bekanntgegeben.
- Zur Michaelismesse im Spätsommer ist der Ort stark besucht; Liegeplätze dann früh anlaufen.
- Anlegestellen am Stadtufer werden auch von Fahrgast- und Flusskreuzfahrtschiffen genutzt.
Häfen bei Miltenberg
Im Umkreis von 10 km, nächster zuerst. Gelistet ist, wo mindestens ein Kontaktweg bekannt ist.
Alle Häfen in BayernMiltenberg auf der Karte
Die Buchstaben auf der Karte stehen in der Liste daneben. Fokus ist Yacht-Club Miltenberg — dort beginnt die Runde an Land.
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Angaben zu Schleusen-, Brücken- und Öffnungszeiten ändern sich saisonal; verbindlich sind allein die amtlichen Bekanntmachungen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung.