Kiel

Nord-Ostsee-Kanal und Kieler Förde · Kieler Förde, Nord-Ostsee-Kanal

Ostende der meistbefahrenen künstlichen Seeschifffahrtsstraße der Welt — und eine Förde, auf der im Juni die größte Segelveranstaltung Europas stattfindet.

Die Schleusenanlage Kiel-Holtenau am Ostende des Nord-Ostsee-Kanals
Foto: Isderion · CC BY-SA 3.0 DE · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

Gewässer
Kieler Förde, Nord-Ostsee-Kanal
Revier
Westliche Ostsee
Anschluss
Kanal westwärts zur Elbe, Förde nordwärts in die Ostsee
Besonderheit
Schleuse Holtenau — Tor zur meistbefahrenen Kanalstraße der Welt
Voraussetzung
Seerevier; auf dem Kanal UKW-Pflicht und Lotsendisziplin

Das Tor des Kanals

In Kiel-Holtenau endet der Nord-Ostsee-Kanal, und wer ihn befährt, kommt an den Schleusen nicht vorbei. Der Kanal ist die meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt — was für Sportboote bedeutet: Man teilt sich das Wasser mit Frachtern, und das verlangt eine funktionierende UKW-Anlage, feste Nerven und die Bereitschaft, sich einzuordnen statt zu drängeln.

Die Schleusung selbst ist ein Erlebnis. Sportboote werden gesammelt und gemeinsam abgefertigt, meist nach den großen Einheiten. Wartezeiten gehören dazu und sind kein Grund zur Aufregung — der Kanal ist Berufsschifffahrtsweg, auf dem Sportboote geduldet und gut organisiert mitgenommen werden, aber eben nicht Hauptzweck sind.

Kieler Woche und Kiellinie

Im Juni verwandelt sich die Förde in die größte Segelveranstaltung Europas. Die Kieler Woche ist Regattaserie und Volksfest zugleich, mit Windjammerparade und Hunderten Booten auf dem Wasser. Für Crews ist das eine doppelte Information: ein grandioser Termin — und die Woche, in der man ohne vorherige Reservierung sicher keinen Liegeplatz findet.

Den Rest des Jahres ist die Kiellinie die entspanntere Version davon: eine Uferpromenade, an der Traditionssegler, Forschungsschiffe und Marineeinheiten liegen. Dazu kommen das Schifffahrtsmuseum in der alten Fischhalle und, ein Stück fördeauswärts, das Marine-Ehrenmal in Laboe mit Aussicht über die gesamte Bucht.

Förde statt Fluss

Die Kieler Förde ist ein eiszeitlich geformter Meeresarm, rund 17 Kilometer lang und nach Nordosten offen. Sie ist geschützter als die freie Ostsee, aber kein Binnenwasser : Bei auffrischendem Nordost steht Welle bis in die inneren Bereiche, und Fährverkehr nach Skandinavien läuft mitten hindurch.

Für die Törnplanung ist Kiel deshalb ein Umschaltpunkt. Wer aus dem Kanal kommt, wechselt hier von der geregelten Kanalfahrt in ein Seerevier mit eigenen Regeln. Wer aus der Ostsee kommt, findet den geschützten Einstieg nach Westen — und spart sich den langen Weg um Skagen.

Was man gesehen haben sollte

  • Schleusen Holtenau

    Das östliche Tor des Nord-Ostsee-Kanals, mit Aussichtspunkt an Land.

  • Kieler Woche

    Größte Segelveranstaltung Europas im Juni, mit Windjammerparade.

  • Kiellinie

    Uferpromenade mit Traditionsseglern, Forschungs- und Marineschiffen.

  • Marine-Ehrenmal Laboe

    Turm mit weitem Blick über die Förde, fördeauswärts gelegen.

Anfahrt über das Wasser

  • Von Westen erreicht man Kiel über den Nord-Ostsee-Kanal von Brunsbüttel und der Elbe her.
  • Von Norden führt die Förde aus der Ostsee stadteinwärts, vorbei an Laboe und Friedrichsort.
  • Auf dem Kanal gelten eigene Verkehrsvorschriften: UKW-Wache, Verhalten gegenüber der Berufsschifffahrt, Liegeverbote außerhalb der Weichen. Wer das nicht kennt, liest es vorher nach.
  • Die Schleusungen erfolgen gesammelt; Wartezeiten für Sportboote sind normal und einzuplanen.

Gut zu wissen

  • Zur Kieler Woche im Juni sind Liegeplätze weit im Voraus vergeben — wer ohne Reservierung kommt, braucht einen Ausweichplan.
  • Kanaldurchfahrt und Schleusung sind gebührenpflichtig; Regeln und Sätze werden amtlich bekanntgegeben.
  • Dies ist Seerevier: Ausrüstung, Seekarten und Funk sind Voraussetzung, nicht Zubehör.

Häfen bei Kiel

Im Umkreis von 10 km, nächster zuerst. Gelistet ist, wo mindestens ein Kontaktweg bekannt ist.

  • Sporthafen Seeburg800 m
  • Sporthafen Reventlou1,4 km
  • Sporthafen Kiel1,6 km
  • Sporthafen Blücherbrücke1,8 km
  • Sporthafen Düsternbrook2,1 km
  • Sporthafen Wellingdorf2,2 km
  • Sporthafen Seefischmarkt2,3 km
  • Sporthafen Dietrichsdorf2,5 km
  • Sporthafen SchwentineKiel · 3,0 km
  • Sporthafen Wik3,2 km
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